Steuerliche Fragen

Auch wenn im Einzelfall die Beratung durch einen Steuerberater unersetzlich sein kann, wird der Fachanwalt für Familienrecht schon sehr frühzeitig auch die steuerlichen Auswirkungen von Trennung und Scheidung mit beachten und den Mandanten beziehungsweise die Mandantin darüber aufklären.

Auswirkungen auf Einkommen und Unterhalt

Eine besonders gravierende Auswirkung der Trennung besteht darin, dass die Eheleute nur noch in dem Jahr ihrer Trennung die gemeinsame steuerliche Veranlagung vornehmen können, beim steuerlichen Vorwegabzug bedeutet dies, dass der Mehrverdienende in der Regel die Vergünstigungen der Steuerklasse III hat. Ab dem ersten Januar des Jahres, das auf die Trennung folgt, gelten die Eheleute als dauernd getrenntlebend und müssen dann, jeder für sich, getrennt steuerlich veranlagt werden, dann nach der so genannten „Grundtabelle“. Der Vorwegabzug erfolgt dann in der Regel nach Steuerklasse I. Dies bedeutet massive Steuermehrbelastungen, die man im Internet in dem so genannten „Brutto-Netto-Rechner“ (verfügbar spiegel-online) sofort ermitteln kann. Nachstehend einige Gegenüberstellungen:

Es versteht sich von selbst, dass diese empfindlichen Reduzierungen des Nettoeinkommens die Familien im denkbar ungünstigsten Zeitpunkt treffen, denn durch die Trennung müssen jetzt zwei Wohnungen unterhalten werden, neben der Miete fallen auch viele andere Kosten doppelt an. Der Staat nimmt dabei nicht einmal Rücksicht darauf, wenn unterhaltsberechtigte Kinder vorhanden sind. Nicht selten müssen Männer, die eigentlich normal verdienen, die aber dann durch die schlechtere Steuerklasse ein erheblich reduziertes Netto haben und davon vielleicht noch monatliche Raten für Auto oder andere Finanzierungen zahlen müssen, die Kinder oder zumindest die Ehefrau auf Sozialleistungen wie das so genannte Hartz IV verweisen.

Auswirkungen auf den Zugewinnausgleich

Bei der Berechnung des Zugewinnausgleichs werden häufig Unternehmen oder Freiberufler-Praxen bewertet. Dabei darf nicht vergessen werden, dass die (fingierte) Veräußerung zu einem bestimmten Stichtag, nämlich dem Zeitpunkt der Zustellung des Scheidungsantrages erhebliche Steuerlasten auslöst, der Veräußerungsgewinn wird nämlich in der Regel hoch besteuert. Diese latente Steuerschuld ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs abzuziehen und nur die Differenz ist dann als Wert in den Zugewinnausgleich mit einzustellen.

Dies ist zum Beispiel zu beachten bei der Bewertung von Arztpraxen.

Steuernachzahlungen bzw. Steuererstattungsguthaben müssen, soweit solche zur Stichtagsbilanz feststellbar sind, als Passiva bzw. Aktiva bei der Berechnung des Zugewinnausgleichs berücksichtigt werden.